Anarchistisches veganes Info-Cafe
im Bethanien

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Reihe über die spanische Revolution

Montag, 27.02.2006: Einführungsveranstaltung
Film: Vivir la Utopia (Juan Gamero, 1997) OMU

Ein Film über die spanischen AnarchistInnen und AnarchosyndikalistInnen der CNT/FAI, über die spanische Revolution von 1936 und den Versuch, eine herrschaftsfreie Gesellschaft aufzubauen. Es geht weniger um den Verlauf des Bürgerkrieges als mehr um die Ideen und Ziele des Anarchismus und wie diese Mitte/Ende der 30er Jahre in die Realität umgesetzt wurden. Auch wenn der Bürgerkrieg verloren wurde, so begreifen sich die AkteurInnen der Revolution nicht als Besiegte.
Diese Veranstaltung ist die erste einer Reihe über Krieg und Revolution in Katalonien und Spanien. Die Veranstaltungsreihe soll einen differenzierten Einblick in das revolutionäre System und die politischen Rahmenbedingungen geben und fragt nach der Relevanz dieses historischen Kapitels für mögliche libertäre Bewegungen in der heutigen Zeit: Alles nur revolutionäre Romantik?

 
Montag, 13.03.2006
Anarchistische Bewegung und Organisation in Spanien

Die CNT organisierte große Teile der Bevölkerung in Stadt und Land. Ihrem Einfluß ist es im wesentlichen zu verdanken, daß die Revolution erfolgreich durchgeführt werden konnte. Zurück lagen der jahrzehntelange Aufbau anarchistischer Strukturen, die wiederum an bestehenden politischen und sozialen Bewegungen anknüpfen konnten. Aus dem Kampf gegen die Macht der Unternehmen, Großgrundbesitz, Kirche und Staat entstehen konkrete Organisations- und Politikformen, auf denen die revolutionäre Gesellschaft aufbauen kann. Darüberhinaus bauen die Libertären eigene Sozialstrukturen auf, die aus den konkreten Nöten der Menschen hervorgehen. Die mujeres libres kritisieren das spanische Patriarchat und organisieren Informationen zu Sexualauf-klärung, Abtreibung und Gesundheit. Überall werden freie Schulen nach dem libertären Vordenker Ferrer gegründet. So erfolgreich die Revolution von der Basis auch durchgeführt wird, so chancenlos erweist sie sich innerhalb des republikanischen Rahmens im Kriegszustand. Die CNT sieht sich genötigt, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Dadurch erhofft sie sich eine Stärkung der Kräfte gegen die Faschisten und die Absicherung der von den Menschen erkämpften Freiheiten und revolutionären Strukturen. Allerdings hilft sie damit auch bei der Restauration des Staatsapparates, dessen Strukturen schon bald mit jenen der Revolution kollidieren. Wir wollen uns besonders mit folgenden Fragen beschäftigen: Was machte die Stärke der anarchistischen und syndikalistischen Bewegung aus und was waren die Ursachen? Welche Kampfformen wurden umgesetzt? Was waren die Vorstellungen von sozialer Revolution? Was bedeutete die Übernahme von Regierungsverantwortung für die Geschlossenheit der Bewegung?

 
Montag 27.03.2006
Revolution und Konterrevolution - die Reformation des Staatsapparates

Der faschistische Putsch und die soziale Revolution marginalisieren zunächst die Macht des republikanischen Staatsapparates. Republikaner, Sozialdemokraten und Stalinisten betreiben jedoch intensiv die Restauration der Staatsmacht - schließlich auch unterstützt durch anarchistische Kräfte. Dabei achten die Stalinisten sehr konsequent darauf, in die Schlüsselpositionen der republikanischen Bürokratie zu gelangen. Tatsächlich sammeln sich innerhalb der Kommunistischen Partei und der sozialistischen Gewerkschaft UGT all jene Elemente, die dem freiheitlichen Kommunismus gegenüber feindlich eingestellt sind: Kleinbürger und Unternehmer, Angestellte und Beamte - Vertreter der eigentlichen revolutionären Klasse sind deutlich unterrepräsentiert. In der Folge kommt es immer häufiger zu Konfrontationen mit den revolutionären Strukturen, die schließlich im inneren Bürgerkrieg gipfeln. Die Spannungen entladen sich im Mai 1937 in Barcelona, als eine schwerwiegende kommunistische Provokation auf den militanten Widerstand der Anarchisten stößt. In Andalusien wird ein ganzes Regiment unter kommunistischer Leitung gegen die Selbstverwaltungsorgane und Kollektive eingesetzt, anstatt gegen die Francofaschisten zu kämpfen. In der Veranstaltung wollen wir den Verlauf der Restauration, Rolle und Wesen der dahinter stehenden Kräfte sowie die Folgen für die revolutionäre und antifaschistische Motivation herausarbeiten.

 
Montag, 10.04.2006
Wenn Revolution praktisch wird - Kollektivierung der Gesellschaft

Die spanische Revolution hat vielfältige Beispiele dafür hinterlassen, daß Markt und Staat durch den Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen ersetzt werden können. Was zunächst aus wirtschaftlicher und sozialer Notwendigkeit heraus geschieht, wächst schnell zu einer Bewegung an, die ihre Produktionsmittel kollektiviert, den Wirtschaftsablauf rationalisiert und das Gemeinwesen sozialisiert. Die losgetretene Dynamik ist selbst manchen anarchistischen Funktionären nicht geheuer. Doch aller Aufrufe zur Zurückhaltung zum Trotz wird die soziale Revolution in den nicht von den Faschisten besetzten Regionen fortgeführt. Sie kommt erst zum Stillstand, nachdem der selbstverwaltete Wirtschaftskreislauf infolge des Kriegsverlaufs, administrativer Sabotage und Erpressung, sowie durch militärischen Druck zerstört wird. Wie funktionierte der Kollektivierungsprozeß? Wie wurde die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt? Wie sahen die Selbstverwaltungsstrukturen in den Wirtschaftssektoren und auf regionaler und kommunaler Ebene aus? Welche Rolle spielte dabei die anarchistische Bewegung?

 
Montag 24.04.2006
Abschluss der Reihe über die spanische Revolution.

Wir wollen die Bedingungen der sozialen Revolution von 1936 in Spanien mit denen des heutigen Status Quo vergleichen. Kann der Anarchismus jemals wieder große Teile der Bevölkerung organisieren? Ist Organisation überhaupt notwendig? Wie könnte eine zeitgemäße anarchistische Organisationsform aussehen?



 

 
Montag, 8.05.2006
20 Uhr: Anti-G8 Veranstaltung
Kein vergessener G8 in Petersburg: globaler Aktionstag am 14. Juli

In diesem Jahr kommen die Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Industrienationen vom 15. bis 17. Juli 2006 in St. Petersburg zusammen.
Dem Aufruf des russischen Networks against G8 folgend, gilt es auch dieses Jahr zu zeigen, dass die G8, wohin auch immer sie gehen, auf Proteste treffen. Damit aber der Protest gegen die G8 nicht nur in Russland stattfinden, sondern international noch breiter unterstützt werden kann, ist für den 14. Juli ein globaler Aktionstag in möglichst vielen Städten geplant.
Wir werden mit unserer Info-Veranstaltung über den derzeitigen Stand der Dinge der Mobilisierung in Russland berichten und entlang der offiziellen Gipfel-Themen (Energiesicherheit, Bildung und Aids) erste Planungen für einen Aktionstag in Berlin machen.
Für freie Gesundheitsversorgung!
Bildung für Alle!
Ein Ende des Atomzeitalters!
Gegen Krieg!
Eine Veranstaltung von no_cowboys

 
Montag, 22.05.2006
SOS Itoitz!! - direkte Aktion

Film: SOS Itoitz (Baskenland, 2001) + kürzer Vortrag und Diskussion.

Itoitz war ein kleines Dorf in Baskenland. In Zeiten des Franco-Faschismus würde entschieden, einen riesigen Staudamm aufzubauen, ein Projekt, das immer wieder verzögert wurde.

Nach dem Tod des Diktators kam ein Regimewechsel, und die neuen PolitikerInnen entschieden, das Projekt fortzuführen. Der Aufbau des Staudamms kollidierte nicht nur mit spanischen und europäischen Gesetzen, sondern auch mit einen breiten Widerstand der lokalen Bevölkerung und auch verschiedener Gruppen, die direkte Aktion und Sabotage bevorzugt hatten.

Besonders spektakulär war eine einfache Aktion, bei der ein Kabel durchgeschnitten wurde. Auf Grund dieser Sabotages wurden die Bauarbeiten für fast ein ganzes Jahr gestoppt.

Am Ende wurde der Staudamm aufgebaut, aber die Probleme sind damit noch zu keinem Ende gekommen: Die östliche Seite des Baskenlandes ist geologisch sehr instabil, was über 200 Erdbeben in nur 6 Jahren verursacht hat.

Wir werden diskutieren über die angewandten Aktionsformen - gewaltfreie direkte Aktion und Sabotage - und auch über die Konsequenzen - Kriminalisierung, Knast und Flucht - diskutieren. Was können wir davon lernen? Welche Parallelismen können wir mit anderen herrschaftsfreien Widerstandsbewegungen finden?


 
Montag, 12.06.2006
19:30 Knast als Feld politischer Auseinandersetzung

Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion zum Thema: Grundlegende Knastkritik und Möglichkeiten für Anti-Knast- und Anti-Repressionsarbeit.

Seit Jahren steht die radikale Linke und nicht nur die den immer offener um sich greifenden Repressionsinstrumenten mehr oder weniger hilflos gegenüber. Auf allen Ebenen können nicht nur Regierungen nahezu unwidersprochen neue Überwachungs-, Kontroll- und Strafmechanismen einführen. Das geht von privaten Sicherheitsdiensten, Kameraüberwachung, Datenabgleich, Telefon- und Internetüberwachung, über Raster- und Schleierfahndung, DNA-Analysen hin zu elektronischen Fußfesseln, Sicherheitsverwahrung und immer neuen Anti-Terrorgesetzen. Hinzu kommen immer härtere Strafmaße, der Neubau und die Privatisierung von Knästen und eine immer härtere Repressionswelle gegen linke Projekte, Gruppen, Einzelpersonen und Häuser.

War Anfang der 1970er Jahre noch Für eine Gesellschaft ohne Knäste eine zentrale linke Forderung, wurde mit der Zeit erst die Freiheit für politische und soziale Gefangene, dann nur noch die Freiheit für politische Gefangene und inzwischen mancherorts sogar nur noch die Freiheit für unschuldige Gefangene gefordert. Grundsätzliche Kritik an Knast und Strafen ist rar geworden. Oft herrschen erschreckend bürgerliche Argumentationsmuster vor, wenn es zu Diskussionen um Knast kommt. Damit wird Stück für Stück von der Analyse gesellschaftlicher Konflikte Abschied genommen. Doch es muss darum gehen, diese Konflikte wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Knäste sind ein zentrales strukturelles Element, ohne das die Konstruktion der Kriminellen kaum vorstellbar wäre (oder zur Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung oder zur Aufrechterhaltung der Herrschaft von Menschen über Menschen).

Es wird einen kurzen Vortrag zu Knast als Feld politischer Auseinandersetzung geben. Es soll dabei vor allem um die Funktionalität von Knast im globalisierten Spätkapitalismus und eine grundsätzliche Knastkritik gehen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten und Ansätze für Anti-Knast- und Anti-Repressionsarbeit aufgezeigt werden. Wir würden uns freuen, entstünde anschließend eine Diskussion.

Tear down the walls!

Eine Veranstaltung mit ABC BERLIN


 
Montag, 26.06.2006
19:30 Film: Berufsrevolutionäre

Der Film über die Projektwerkstatt und die politsichen Prozesse in Gießen

Einblicke in die dörfliche Umgebung der Projektwerkstatt, Meinungen von DorfbewohnerInnen zu dem alternativen Projekt, Interviews mit den BewohnerInnen und Eindrücke von den Aktionen bis zur Essenbeschaffung aus klug ausgesuchten Müllcontainern - der neue Film "Berufsrevolutionäre" einer überregionalen Filmgruppe liegt jetzt auf DVD vor. Der Titel bildet dabei auch den Anlass: "Berufsrevolutionär" war die Antwort eines Aktivisten beim ersten großen Prozess gegen Projektwerkstättler im Dezember 2003 auf die Frage nach seinem Beruf. Der Film bietet denn auch Hintergründe zu den Justizfällen und dokumentiert in Auszügen den umstrittenen Prozess im Frühjahr 2005 vor dem Landgericht Gießen, als zwei Aktivisten nur aufgrund von belastenden Aussagen Gießener Polizisten zu bis zu 8 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurden.
Neben dem Hauptfilm bietet die DVD noch weitere Leckerbissen, unter anderem einen weiteren Film über den Prozessverlauf vom Leiter des Beschwerdezentrums, der kritischen Datenbank über RichterInnen und StaatsanwältInnen in Deutschland. Zudem sind Radiosendungen über den Prozess vor allem des Marburger freien Radios "Unerhört" sowie Mitschnitte zu anderen Prozessen (u.a. in Halle) und einigen Aktionen zu finden. Die beiden Dokumentationen zu Polizei- und Justizskandalen in Gießen runden die vollgepackte DVD ab.

Montag, 10.07.2006
19:30 Filmabend: Tierrechte und Aktionsformen

Es werden folgende Dokumentationsfilme gezeigt:
  • Anti-Pelz Kampagne gegen die Karstadt Gruppe - Offensive gegen die Pelzindustrie.
    In den Filialen der zur Karstadt-Gruppe gehörenden Kaufhäuser (Wertheim, Karstadt, Alsterhaus, KaDeWe und Hertie) wurden Pelzmäntel und Bekleidungsstücke mit Pelzbesatz angeboten.
    Mehrere Gruppen bildeten die "Offensive gegen die Pelzindustrie", um den Pelzhandel zu bekämpfen. Ein Kampf, der Erfolg erweisen könnte.
  • Nerzbefreiung - Dokumentation einer Tierbefreiung im Juli 1996
  • Hünerbefreiung - Dokumentation einer Tierbefreiung.
  • Der Zeuge - 43 Min. Regie Jenny Stein. 2002.
    Der Protagonist, Eddie Lama, ist ein kleiner Bauunternehmer in der Brox. Einen Tag sein Leben und Weltbild änderte in einer radikalen Weise und er setzte sich für den Rechte der Tiere ein. Was veranlass einen einzelnen Mensch dazu, den Kampf gegen die millionenschwere Pelzindustrie auf den Luxusstraßen Manhattans aufzunehmen?
Abschließend Diskussion mit AktivistInnen der Berliner Tierrechtsaktion (BerTa).

Montag, 24.07.2006
19:30 Science Fiction und Anarchismus

Das literarische Genre des Science Fiction bietet sich generell an als eine Projektionsfläche für anarchistische Utopien. Neben der reinen Deskription einer utopischen Gesellschaftsform besteht auch die Möglichkeit Konzepte für das "Hier und Jetzt" darzustellen und zu analysieren.
Anhand der beiden Klassiker der anarchistischen Science Fiction-Literatur - "Planet der Habenichtse" und "Planet des Ungehorsams" werden potentielle Anknüpfungspunkte dargestellt.